KZ Ravensbrück

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Das Konzentrationslager Ravensbrück war ein Konzentrationslager in der Zeit des Nationalsozialismus in der Nähe der Stadt Fürstenberg an der Havel, die damals zu Mecklenburg gehörte. Es wurde zunächst 1938/1939 als reines Lager für Frauen eingerichtet; 1941 kam ein kleines Männerlager für 350 Insassen hinzu. Das Jugendschutzlager Uckermark wurde 1942 in der Nachbarschaft für 400 Mädchen und junge Frauen eingerichtet.

70 Außenstellen des Konzentrationslagers, das als das größte Lager für Frauen in der Zeit des Nationalsozialismus gilt, kamen hinzu. Sie befanden sich in Deutschland sowie in den von Deutschland besetzten Gebieten.

123.000 Frauen und Kinder, 20.000 Männner, 1.000 weibliche und Jugendliche wurden zwischen 1939 und 1945 im KZ Ravensbrück und dem Jugendschutzlager Uckermark inhaftiert. Eine genaue Zahl der Todesopfer gibt es nicht; die Forschung geht von mindestens 28.000 Todesopfern aus.

[bearbeiten] Geschichte

Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen bauten zwischen Ende 1938 und Frühjahr 1939 auf Anordnung des SS-Reichsführers Heinrich Himmler das Frauenlager in dem Dorf Ravensbrück. Die ersten 900 Insassinnen wurden am 18. Mai 1939 aus dem KZ Lichtenburg in Prettin (Sachsen-Anhalt), das seit 1937 als Frauenlager genutzt wurde, nach Ravensbrück gebracht. 1939 waren neben den Frauen aus Lichtenburg Roma und Sinti aus dem Burgenland (Österreich) sowie mit Beginn des Zweiten Weltkriegs Polinnen und Frauen aus den weiteren besetzten Gebieten hinzu.

Die Insassinnen arbeiteten in dem SS-Betrieb „Gesellschaft für Textil- und Lederverwertung mbH“, das am 21. Juni 1940 in Ravensbrück gegründet wurde. 1940 stieg die Zahl der inhaftierten Frauen auf 4.200; 1941 kamen weitere 3.500 hinzu. Im April 1941 wurden tausend Frauen nach Auschwitz deportiert. In der NS-Tötungsanstalt Bernburg in Bernburg an der Saale (Sachsen-Anhalt) wurden im April mehr als 1.600 Insassinnen des KZ Ravensbrück ermordet; die Hälfte der Frauen waren Jüdinnen.

Aus dem Dorf Lidice (Tschechoslowakei), das im Juni 1942 als Vergeltungsmaßnahme für das Attentat tschechischer Widerstandskämpfer auf Reinhard Heydrich, den Leiter des Reichssicherungshauptamtes und Mitorganisator des Holocaust, zerstört worden war, wurden 182 überlebende Frauen im Juni 1942 ins KZ Ravensbrück deportiert. Im Juni 1942 ließ das Unternehmen Siemens & Halske Fertigungsstätten einrichten.

Medizinische Versuche an Frauen wurden im August 1942 begonnen. Im Oktober 1942 wurden mehr als 600 Frauen, vornehmlich Jüdinnen, ins Vernichtungslager Auschwitz verschleppt.

Ab 1943 wurden weibliche Kriegsgefangene, die der Roten Armee angehörten, in das Konzentrationslager eingeliefert. Ab Herbst 1943 hatte das Konzentrationslager ein Krematorium. Ende des Jahres hatten das Lager und seine Außenstellen mehr als 15.000 Insassen. Die Zahl stieg 1944 durch Häftlinge aus Frankreich und Lagern im Osten. Die Unterkünfte waren so überfüllt, dass Insassen in Zelten untergebracht wurden, von denen viele den harten Winter 1944/1945 nicht überlebten. Noch dramatischer gestaltete sich die Lage durch 12.000 polnische und jüdische Frauen und Kinder, die im Oktober 1944 aus dem Warschauer Ghetto hinzukamen, nachdem dort der Widerstand niedergeschlagen worden war. 70.000 Häftlinge wurden in der Folge in andere Lager gebracht.

Im Januar 1945 waren im KZ Ravensbrück einschließlich seiner Außenlager etwa 46.100 Frauen inhaftiert, außerdem 7.800 Männer. Dazu kamen Anfang Februar weitere 11.000 Menschen aus geräumten Lagern. Im selben Monat wurde eine Gaskammer eingerichtet, außerdem ein Richtplatz.

Durch den Einsatz des Präsidenten des schwedischen Roten Kreuzes, Folke Bernadotte Graf von Wisborg, und des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz wurden im April 1945 7.500 Frauen aus Ravensbrück nach Schweden und in die Schweiz gebracht. Die SS räumte das Lager ab dem 27. April 1945; die Insassen wurden auf den Todesmarsch nach Raben Steinfeld bei Schwerin (Mecklenburg) geschickt. 2.000 Frauen und 300 Männer, außerdem als Häftlingspfeger eingesetzte Insassen, blieben zurück. Sie wurden am 30. April 1945 durch sowjetische Truppen befreit.

Das Gelände des Konzentrationslagers wurde bis 1993 von der sowjetischen Armee genutzt. Die erste Gedenkstätte wurde in den 1950er Jahren eingerichtet, weitere Bereiche kamen 1983 hinzu. 2005 wurde eine neue Dauerausstellung eröffnet.

[bearbeiten] Insassinnen

[bearbeiten] Quellen


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