Leseprobe Löhn-Siegel
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Anna Löhn-Siegel schrieb: "Macht das Weib stark und geachtet durch Kenntnisse und Bildungswert, durch einen gründlich erlernten Beruf, der ihr Unabhängigkeit sichert auch ohne einen Ernährer, ohne die Tugend-Leibwache, d.h. den Ehemann, Vater, Bruder etc. hinter sich zu haben. ... Bildet es fürs Leben, für die Welt, ... Eine Furcht ist die, daß sich die Frauen, wenn ihnen erst vollständige Gelegenheit geboten sein wird, gleich Ziele mit dem Mann zu erstreben, nicht mehr zu jener Fraundienstbarkeit und Unterwürfigkeit werden herabdrücken lassen, die man bisher so liebenswürdig, weil so bequem fand. Aber die wahrhaft gebildete, die geistig überlegene Frau tut das, was sie als notwendig, als ihre Pflicht erkennt, wenn auch durchaus nicht mit Demut und Unterwürfigkeit, so doch ganz ebenso bereitwillig ... weil klar vor ihrem Geiste steht, was getan werden muß, ... Eine gescheite, kluge Frau braucht eben nicht beherrscht zu werden, sie beherrscht sich einfach selbst. ... Sie braucht nicht zu gefallen, sie kann stolz und unabhängig durchs Leben gehen, denn sie leistet das Ihrige in der Welt." in: "Neue Bahnen", 11. Jg., 1876, Nr. 5/6, S. 33 ff., 41 ff., so zit. in TWELLMANN, Margit: Die deutsche Frauenbewegung - ihre Anfänge und erste Entwicklung 1843 - 1899; Frankfurt am Main 1993
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