Louise Otto-Peters

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26. März 1819 Meißen - 13. März 1895 Leipzig

Inhaltsverzeichnis

Einladung zu den Veranstaltungen anlässlich des 190. Geburtstages von Louise Otto-Peters am 26. März 2009

In Leipzig ehrt die Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e.V. ihre Namenspatronin mit folgenden Veranstaltungen und lädt herzlich dazu ein:

  • Blumenniederlegung am Grabstein für Louise Otto-Peters im Lapidarium, Alter Johannisfriedhof, Prager Straße, 04103 Leipzig, am Donnerstag, 26.3.2009, 15.00 Uhr.
  • Literarisch-musikalische Veranstaltung „...und ich mitten darin! – Louise Otto in Gohlis“ am Donnerstag, 2.4.2009, 19.00 Uhr im Schillerhaus, Menckestraße 42, 04155 Leipzig. Die Schauspielerin Maja Chrenko liest aus bisher unveröffentlichten Erinnerungen von Louise Otto-Peters, begleitet von Jens Froherz (Gitarre).
  • Spaziergang „„...und ich mitten darin! – Auf Louises Spuren durch’s Rosental“ mit Gerlinde Kämmerer und Dr. Ilona Henker am Sonntag, 5.4.2009, 14.00 Uhr, ab Schillerhaus, Menckestraße 42, 04155 Leipzig (Anmeldungen erbeten: Tel. 0341 5662456.) - Frauen, Gebäude, Straßennamen in ihrer Beziehung zu Louise Otto-Peters’ Leben und Wirken und zur Frauengeschichte Leipzigs. -
  • In Meißen, der Geburtsstadt von Louise Otto-Peters, findet anlässlich ihres 190. Geburtstages vom 24. bis zum 29.03.2009 eine Festwoche statt mit Ausstellung, Vorträgen, Lesung, Stadtführung und Film.
  • Die TU Dresden lädt dann für den 15.05.2009 zum Wissenschaftlichen Kolloquium „Die Revolution von 1848/49 im Leben von Louise Otto-Peters“ ein.
Das Gesamtprogramm unter: http://www.louiseottopeters-gesellschaft.de

Louise Otto-Peters war eine Schriftstellerin und Mitbegründerin der deutschen Frauenbewegung. Sie wurde "Lerche des Völkerfrühlings" genannt. Ihre Verse waren von der Aufbruchstimmung des Vormärz getragen. Als junge Frau hatte sie anläßlich eines Besuchs bei ihrer Schwester in Oederan die drückende Not der Fabrikarbeiter kennengelernt und in ihrem Roman "Schloß und Fabrik" beschrieben. Das Erlebnis wurde zur Initialzündung, für die Rechte und für die Unterstützung der Arbeiter einzutreten. In Zeitungen veröffentlichte sie Artikel, zunächst unter dem Pseudonym "Otto Stern" oder "ein sächsisches Mädchen". Als 1843 Robert Blum in den "Sächsischen Vaterlandsblättern" die Frage nach der politischen Stellung der Frau aufwarf, antwortete Louise Otto im gleichen Blatt: "Die Teilnahme der Frau an den Interessen des Staates ist nicht ein Recht, sondern eine Pflicht." Während der Revolution 1848/1849 richtete Louise Otto an die Kommission, die zu wirtschaftspolitischen Fragen in Sachsen arbeitete, die öffentliche Forderung, auch für die Organisation der Frauenarbeit zu sorgen, u.a. deshalb, um Frauen nicht in die Prostitution zu treiben. 1849 war sie Herausgeberin der "Frauen-Zeitung" unter dem Motto "Dem Reich der Freiheit werb ich Bürgerinnen!". Es folgten Hausdurchsuchungen, Verhöre die Auflösung der von ihr mitbegründeten Dienstboten - und Arbeiterinnenvereine aufgrund des preußischen Vereinsgesetzes von 1851, Verbot der Frauen-Zeitung 1850 aufgrund des sächsischen Pressegesetzes, sie wich mit der Redaktion nach Gera aus, endgültiges Verbot erfolgte 1852 durch ein ähnliches preußisches Gesetz. Neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit in Bibliotheken Dresdens und Leipzigs schrieb sie Artikel, Rezensionen und Romane und gab mit ihrem Mann August Peters bis zu dessen Tod 1864 die "Mitteldeutsche Volkszeitung" heraus. 1865 war sie Mitbegründerin des Leipziger Frauenbildungsvereins und berief noch im gleichen Jahr die erste deutsche Frauenkonferenz nach Leipzig. Sie war auch Mitbegründerin des Allgemeinen deutschen Frauenvereins (ADFV), den sie während der folgenden drei Jahrzehnte leitete, außer dem arbeitete sie an der Redaktion der Vereinszeitung "Neue Bahnen" mit. Sie forderte, Arbeiterinnen nicht nur als Zielgruppe caritativen und pädagogischen Wirkens, sondern auch als Mitstreiterinnen für die Rechte der Frau anzusprechen. Der ADFV betrieb eine Sonntagsschule, eine Fortbildungsschule für Mädchen und eine Speiseanstalt und veranstaltete Unterhaltungsabende für Frauen.

Werke

  • Schloss und Fabrik Leseprobe
  • Aus der neuen Zeit (Leipzig 1845)
  • Die Freunde (Leipzig 1845)
  • Ein Bauernsohn. Eine Erz. für das Volk (Leipzig 1849)
  • Buchenheim (Leipzig 1851)
  • Cäcilie Telville (Leipzig 1852)
  • Die Kunst und unsere Zeit (Grossenhain 1852)
  • Die Nibelungen. Text zu einer Oper (Gera 1852)
  • Andreas Halm (Plauen 1856)
  • Eine Grafenkrone. Roman, 3 Bd. (Leipzig 1857)
  • Heimische und Fremde (R., 3 Bd., Leipzig 1858)
  • Aus der alten Zeit. Hist. Erz. (Leipzig 1860)
  • Die Erben von Schloß Ehrenfels (Leipzig 1860)
  • Die Mission der Kunst (Leipzig 1861)
  • Die Schultheissentöchter von Nürnberg (3 Bd., Prag - Wien 1861)
  • Deutsche Wunden (4 Bd., 1864 - 1871)
  • Das Recht der Frauen auf Erwerb (Hamburg 1866)
  • Die Idealisten (Jena 1867)
  • Drei verhängnisvolle Jahre (Altona 1867)
  • Der Genius des Hauses (Wien 1868)
  • Die Dioskuren (Altona 1868)
  • Gedichte (Leipzig 1868) Leseprobe
  • Aus der Börsenwelt (Berlin 1869)
  • Der Genius der Menschheit (Wien 1869)
  • Der Genius der Natur (Wien 1870)
  • Die Stiftsherren von Strassburg (Leipzig 1872)
  • Ein bedenkliches Geheimnis. Eine Erz. aus der Gegenwart (Leipzig 1875)
  • Aus vier Jahrhunderten (Norden 1883)
  • Gräfin Lauretta. Hist. Erz. aus dem 14. Jh. (Leipzig 1884)
  • Die Nachtigall von Werawag (Freiburg i.Br. 1887)
  • Das erste Vierteljahrhundert des ADF (Leipzig 1890)

Quellen

  • BLOS, Anna: Frauen der deutschen Revolution 1848 (u.a. Luise Otto-Peters, Wilhelmine Schröder-Devrient), Dresden 1928
  • TWELLMANN, Margit: Die dt. Frauenbewegung - ihre Anfänge und erste Entwicklung 1843 - 1899; Frankfurt am Main 1993
  • GROSSE FRAUEN der Weltgeschichte. Tausend Biographien in Wort und Bild, Klagenfurt 1987
  • BODEIT, Friderun: Ich muß mich ganz hingeben können: Frauen in Leipzig; Leipzig, 1990
  • ALLGEMEINE DEUTSCHE BIOGRAPHIE, Leipzig 1875 ff
  • LUDWIG, Johanna und JOREK, Rita: Luise Otto-Peters. Ihr lit. und publizist. Werk; Leipzig 1995
  • BUHL, Petra-Alexandra: Vierzehn Stunden Arbeit für ein Kilo Kartoffeln. Die Meißnerin Louise Otto kämpfte für die Heimarbeiter...; in: SZ 2.10.1998
  • ZGLINICKI, Claudia von: Für sie wurde die Lex Otto erfunden. Louise Otto schafft mit der Frauen-Zeitung...; in: Freitag vom 23.4.1999

Literatur

Louise Otto-Peters : Schriftstellerin, Journalistin und Begründerin der deutschen Frauenbewegung. In: Hiersemann, Lothar: Leipziger Techniker-Porträts. - Leipzig : HTWK, 2007. - S. 185-200

Links

Louise Otto Peters Gesellschaft


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