Terre des Femmes

Aus frauenwiki-dresden.de

Wechseln zu: Navigation, Suche

[bearbeiten] Die Entstehungsgeschichte

Ein Artikel in der Zeitschrift "Brigitte" über furchtbare Einzelschicksale von Frauen im Mittleren Osten veranlasste einige Frauen in Hamburg, aktiv zu werden. Der Brigitte-Artikel basierte auf einer Dokumentation mit dem Titel "Princesses mortes", die von der Schweizer Menschenrechtsorganisation Sentinelles herausgegeben wurde. Bei einem Besuch der in Lausanne ansässigen Organisation wurde die Idee geboren, einen eigenen Verein zu gründen. Unter dem Namen TERRE DES FEMMES (Erde der Frauen) mit dem Untertitel, "Menschenrechte für die Frau" wurde TERRE DES FEMMES im Juli 1981 in das Vereinsregister der Stadt Hamburg eingetragen und bekam die Gemeinnützigkeit zugesprochen. Die Dokumentation "Princesses mortes" wurde später von TERRE DES FEMMES übersetzt und erschien 1987 als erste Publikation mit dem Titel "Tod als Ehrensache". Sie ist heute noch erhältlich.

Organisatorisch bestand der Verein bis 1990 aus einem Vorstand und aktiven Städtegruppen, die alle ehrenamtlich arbeiteten. 1990 gelang es, in Tübingen eine vom Arbeitsamt finanzierte Stelle einzurichten. Hiermit wurde der Grundstein für den Aufbau einer Bundesgeschäftsstelle mit weiteren hauptamtlichen Kräften gelegt.

[bearbeiten] Ziele und Inhalte

TERRE DES FEMMES ist eine gemeinnützige Menschenrechtsorganisation für Frauen und Mädchen, die durch Aktionen, Öffentlichkeitsarbeit, Einzelfallhilfe, Förderung von Projekten und internationale Vernetzung unterdrückte Frauen unterstützt. Denn patriarchale Strukturen überall auf der Welt benachteiligen und diskriminieren Frauen.

Laut der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte" von 1948 haben Frauen und Mädchen das Recht, selbstbestimmt, frei und in Würde zu leben. Für die Durchsetzung dieser Menschenrechte tritt TERRE DES FEMMES ein.

Beispiele für Menschenrechtsverletzungen an Frauen

  • Frauen- und Mädchenhandel: jährlich werden mehr als 2 Millionen Mädchen im Alter von 5-15 Jahren als Prostituierte verkauft
  • Verweigerung des Selbstbestimmungsrechts von Frauen über ihren Körper: z. B. sind 150 Millionen Frauen und Mädchen an ihren Genitalien verstümmelt, täglich werden weitere 6000 Mädchen dieser Tortur unterworfen
  • Familiäre Gewalt: jährlich fliehen 45.000 Frauen in Deutschland vor ihrengewalttätigen Männern ins Frauenhaus
  • Sexueller Missbrauch von Frauen: 2004 äußerten in Deutschland vier von zehn Frauen, dass sie in ihrem Leben körperliche Gewalt oder sexueller Missbrauch erlebt haben
  • Abtreibung von weiblichen Föten und Tötung von neugeborenen Mädchen: z. B. werden in Indien jedes Jahr drei- bis fünf Millionen weibliche Föten abgetrieben und unzählige Mädchen werden direkt nach der Geburt getötet

TERRE DES FEMMES engagiert sich insbesondere zu Themen wie: Vergewaltigung, weibliche Genitalverstümmelung, Zwangsheirat, Zwangsprostitution, Ehrenmorde, Familiäre Gewalt in Deutschland, Ausbeutung von Textilarbeiterinnen und Frauenhandel.

TERRE DES FEMMES vernetzt sich mit anderen Organisationen national und international und ist selbst in zahlreichen Organisationen Mitglied, unter anderem im Forum Menschenrechte und in der Kampagne für Saubere Kleidung.

TERRE DES FEMMES ist in zahlreichen Städten in Deutschland durch Städtegruppen vertreten. Diese arbeiten ehrenamtlich. In Zusammenarbeit mit der Bundesgeschäftsstelle informieren die Gruppen die Öffentlichkeit über Ausbeutung, Misshandlung und Verfolgung von Frauen.

TERRE DES FEMMES gibt viermal im Jahr die Zeitschrift MENSCHENRECHTE FÜR DIE FRAU heraus, die über aktuelle Menschenrechtsverletzungen an Frauen weltweit berichtet.

TERRE DES FEMMES veranstaltet alljährlich am 25. November, dem internationalen Tag "NEIN zu Gewalt an Frauen", eine Fahnenaktion und startet damit jedes Jahr eine einjährige Schwerpunktkampagne. Seit November 2004 heißt das Thema "Nein zu Verbrechen im Namen der Ehre".

TERRE DES FEMMES erarbeitet Präventionsmaterial für Schulen und Jugendhäuser. Unter anderem hat TERRE DES FEMMES im Rahmen der Kampagne "STOPPT Zwangsheirat" ein Plakat mit dem Titel "Wer entscheidet wen du heiratest?" verteilt. Eine dazugehörige Unterrichtsmappe bietet LehrerInnen und Mitarbeitern in Jugendhäusern Hintergrundinformationen zu diesem Thema.

TERRE DES FEMMES reagiert schnell, wenn Frauen und Mädchen bedroht werden, weil sie sich nicht "ehrenhaft und keusch" verhalten haben. Hunderte Protestbriefe verschickt TERRE DES FEMMES an Regierungen, Behörden und verantwortliche Personen, um das Leben einzelner Frauen zu retten oder zu verbessern.

Beispiel:

  • Ein 16-jähriges Mädchen wurde von ihren Eltern gegen ihren Willen in das Herkunftsland verschleppt. Der Grund: sie hatte einen deutschen Freund, die Eltern wollten sie auf den "richtigen Weg" bringen, und sie mit ihrem Cousin im Herkunftsland verheiraten. Dank der schnellen und engagierten Hilfe gelang ihr die Flucht nach Deutschland, wo sie in einer anonymen Schutzeinrichtung vor der Familie in Sicherheit gebracht werden konnte.

TERRE DES FEMMES unterstützt derzeit neun Selbsthilfeprojekte von Frauen im Ausland: Zum Beispiel wird in Afghanistan beim Aufbau eines Frauenzentrums geholfen. In Tansania, Kenia und Burkina Faso unterstützt TERRE DES FEMMES die Arbeit von lokalen Initiativen gegen die weibliche Genitalverstümmelung. In Weißrussland wird für den Erhalt einer Beratungsstelle gegen Frauenhandel gesorgt. Außerdem unterstützt TERRE DES FEMMES die Laqija Womens Association, die sich für die Rechte und die Selbstbestimmung beduinischer Frauen in der Negev-Wüste in [Israel]] einsetzt und das einzige Frauenhaus in Algerien "Femmes en détresse".

Die TERRE DES FEMMES-Stiftung wurde 2004 gegründet, um die Arbeit von TERRE DES FEMMES langfristig finanziell zu sichern. Die Vorzüge einer Stiftung sind, dass Vermögen und Kapital dauerhaft angelegt und das Engagement für Frauenrechte aus den Erträgen finanziert werden kann. Das angelegte Vermögen bleibt über Generationen hinweg unangetastet, so lange der Stiftungszweck besteht. Die Erfüllung des Stiftungszwecks wird regelmäßig durch die staatliche Stiftungsaufsicht kontrolliert, während das Finanzamt die Gemeinnützigkeit der Mittel überprüft. Der Stiftungszweck entspricht den Zielen des Vereins, sich gegen jede Form von Gewalt gegen Frauen und Verletzung ihrer Menschenrechte zu wenden.


Homepage [1]


Pro domo: Kaitzbach Webdesign empfiehlt: Besuchen Sie auch unsere Seite Wandern um Dresden