22. Juni 1809

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22. Juni 1809

Helene Marie von Kügelgen an Friederike Volkmann: "...Du hast keinen Begriff von den Szenen des Jammers, die ich hier seit einiger Zeit erlebte. Mein guter Mann meinte, ich gäbe zuviel hinweg, und ich bewies ihm hingegen, daß dies der Fall nicht sei, daß ich nur Entbehrliches hingebe...da stand ein junges, blühendes Weib, auf jedem Arme ein Kind... es war ein verlassenes, sächsisches Soldatenweib. Ich reichte ihr Bier und Butterbrot und den Engelskindern Semmel. ...das Kind in ihrem Arm hatte vor einiger Zeit hastig nach einem grünen Zweige gelangt, war von ihrem Arm rücklings übergestürzt und wird künftig wahrscheinlich die Zahl der Dresdner Bettler vermehren. Doch hoffte die Mutter viel auf eine Salbe, mit der sie die Kleine einreibt..."


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