Elisabeth Andrae

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Elisabeth Louise Andrae (* 3. August 1876 in Anger bei Leipzig – † 14. Dezember 1945 in Dresden) war Landschaftsmalerin.

Leben

Elisabeth Andrae war das zweite von fünf Kindern des Eisenbahn-Ingenieurs und Geheimen Oberbaurates Carl Hermann Andrae und Auguste Sidonie Andrae. 1899 wurde Elisabeth Andrae Schülerin des Landschaftsmalers Gustav Adolf Thamm (1859 – 1925), der seit 1895 an der Dresdner Kunstakademie lehrte. Im Jahr 1905 wechselte sie zu Hans Richard von Volkmann (1860 – 1927) nach Karlsruhe.

Bereits seit 1904 beteiligte sie sich an den Großen Kunstausstellungen in Dresden und Berlin. Sie stellte unter anderem die Gemälde „Sonnenflecken“ und „Englische Kirche in Dresden“ aus.

Das Atelier hatte Elisabeth Andrae von 1910 bis zur Zerstörung 1945 in Dresden in der Ostbahnstraße 2 (Nähe Hauptbahnhof). Die Wohnsitze waren anfangs bei ihren Eltern in der Südvorstadt und in Klotzsche und später in der Fürstenstraße 15 sowie in der Ermelstraße 21.

Ihre Wirkungskreise waren jedoch nicht nur Dresden und Berlin sondern auch die Ostseeküste. Seit 1900 weilte sie öfters in Ahrenshoop/Althagen auf dem Darss und stellte zur Eröffnung des „Kunstkaten“ 1909 gemeinsam mit Else Müller-Kaempff, Anna Gerresheim und weiteren Künstlern ihr Gemälde „Der schlafende Garten“ aus.

Seit 1909 besuchte Elisabeth Andrae in den Sommermonaten auch die Insel Hiddensee. Sie wurde Mitglied des „Hiddensoer Künstlerinnenbundes“ und stellte in der „Blauen Scheune“ gemeinsam mit Künstlerinnen wie Elisabeth Büchsel, Käthe Löwenthal, Julie Wolfthorn u.a. ihre Werke aus.

Besonders in den zwanziger Jahren beteiligte sich Elisabeth Andrae sehr aktiv am Kunstleben in Dresden. So wurde sie für die Kunstausstellungen 1921 bis 1923 als eine der wenigen Künstlerinnen in den Ausschuss für die Aufnahme der Kunstwerke berufen. Außerdem war sie Mitglied der Dresdner Kunstgenossenschaft. In dieser Zeit entstanden viele Bilder von Dresden und dem Elbsandsteingebirge. Einige davon befinden sich im Besitz der Städtischen Galerie Dresden und in Privatsammlungen.

Die Malerin hatte in den dreißiger Jahren ihren Wohnsitz auch mehrfach in Berlin wo ihr Bruder Walter Andrae, Archäologe und Direktor des Pergamonmuseums, sie mit dem Malen von sieben Wandbildern zu seinen Ausgrabungen von Babylon, Assur und Uruk beauftragte. Zwei der Wandbilder sind noch erhalten und auf der Internetseite - siehe Weblink zu Elisabeth Andrae - dargestellt.

Viele Gemälde von Elisabeth Andrae befinden sich in Privatbesitz, in Galerien und Museen. So sind 23 Gemälde und 25 Zeichnungen im Museum Schloss Moyland (NRW) in der Sammlung von Hans van der Grinten zu finden. Das Stralsunder Museum hat 19 Zeichnungen im Bestand und auch das Heimatmuseum der Insel Hiddensee in Kloster besitzt 3 Zeichnungen.

Am 14. Dezember 1945 stirbt Elisabeth Andrae in ihrer Wohnung auf der Ermelstr. 21 in Dresden-Striesen.

Literatur

  • Magas,Marion: Wie sich die Malweiber die Ostsee eroberten. Berlin 2010.
  • Mahlfeld,Konrad: Der Schifferfriedhof Ahrenshoop, Fischerhude 2018.
  • Negendanck,Ruth: Künstlerkolonie Ahrenshoop, Fischerhude 2001.
  • Negendanck,Ruth: Hiddensee. Die besondere Insel für Künstler, Fischerhude 2005.
  • Piechocki,Reinhard: Die Malerinseln Rügen, Vilm, Hiddensee, Putbus 2018.
  • Rapp,Angela: Der Hiddensoer Künstlerinnenbund; Berlin 2012.
  • Vollmer, Hans: „Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler des 20. Jahrhunderts“, E.A. Seemann-Verlag, Leipzig, Bd. 1.

Weblinks