Johanne Meyer

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Stolperstein für Johanne Meyer auf der Georg-Nerlich-Straße 4 in Dresden(Foto: Carola Ockert, 2013)

Johanne Meyer, geb. Schifter (* 30. Dezember 1893 Potschnappel - 1943 Riga)

Leben

Johanne Meyer, geborene Schifter, wurde am 30. Dezember 1893 in Potschappel geboren. Ihr Mann, Harry Herbert Hirschel Meyer wurde am 9. April 1891 im oberschlesischen Beuthen (Bytom) geboren. Das Paar hatte zwei Söhne: Heinz Wolfgang, geboren am 29. Juni 1923, und Fritz Joachim, geboren am 28. Mai 1925.

Harry Meyer war Kaufmann und leitete auf der Wilsdruffer Straße 16 ein Geschäft für Spielwaren, Schmuck- und Lederwaren sowie Chanukka-Geschenke. Zudem war er Musiker und Leiter des jüdischen Jugendorchesters und gab seinen Söhnen sowie anderen Kindern Geigenunterricht. Noch 1937 bot er im israelitischen Gemeindeblatt Dresden "Gründlichen Violinen-Unterricht" für die verbliebenen jüdischen Kinder an.

1936 wurde das Geschäft des Vaters durch nationalsozialistische Maßnahmen in den Konkurs getrieben. Im Januar 1942 wurden Harry Meyer und seine Frau Johanne nach Riga deportiert. Johanne Meyer ist dort ums Leben gekommen, ihr Mann wurde 1944 nach Dachau deportiert und verstarb kurz vor der Befreiung des Lagers.

Die Söhne Heinz und Fritz wurden im November 1942 in das "Judenlager Hellerberg" und im März 1943 nach Auschwitz deportiert. Nach Auflösung des Lagers nahm er am Todesmarsch nach Buchenwald teil, bei dem er fliehen konnte. Sein Bruder Fritz kam im März 1943, noch nicht achtzehnjährig, in Auschwitz ums Leben.

(Quelle: http://www.stolpersteine-dresden.de)

Gedenken

Am 11. Juni 2011 wurden zur Erinnerung an die Familie Meyer vier Stolpersteine auf der Georg-Nerlich-Straße 4 (Dresden-Johannstadt) gesetzt.

Weblinks


Frauenbildungshaus Dresden | Frauenstadtarchiv Dresden | Genderkalender