Pauline Ulrich

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Die Villa Paula in Dresden-Loschwitz (Foto: Frauenstadtarchiv Dresden, 2016)
Die Grabstelle der Familie Ulrich auf dem Alten Annenfriedhof Dresden (Foto: Frauenstadtarchiv Dresden, 2016)


Pauline Ulrich (19. Dezember 1835 Berlin - 25. Mai 1916 Dresden, Grab auf dem Alten Annenfriedhof) war Schauspielerin.

Leben

Die berühmte Schauspielerin Auguste Charlotte Pauline Ulrich wurde am 19. Dezember 1835 in Berlin geboren und verbrachte auch ihre Kindheit und Jugend in Berlin, Sie war Tochter eines erfolgreichen Kammermusikers des königl. Hoftheaters. Ausgebildet wurde sie durch die Schauspielerin und Meisterin der Tragödie Auguste Crelinger. Während ihres Studiums erprobte sie sich an den Berliner Liebhabertheatern „Urania“ und „Concordia“ und trat als Volontärin am Berliner Königlichen Hoftheater auf. Erste Anstellungen fand sie in Stettin und am Königlichen Hoftheater in Hannover.

Im Mai 1859 wurde sie ins Schauspielkolleg am Königlich Hoftheater in Dresden aufgenommen. Sie spielte zunächst Rollen als jugendliche Liebhaberin und Heldin. Sie spielte die Luise Millerin, Julia, Ophelia, Desdemona, 1873 Iphigenie bei der Eröffnung des Alberttheaters und 1875 erweiterte sich das Rollenrepertoire der Künstlerin um das Heroinenfach (Sappho, Iphigenie, Eboli, Königin Elisabeth). 1884 erhielt sie anlässlich ihres 25. Bühnenjubiläums vom Dresdner Theater einen Vertrag auf Lebenszeit. Pauline Ulrich war vielerorts eine gefragte Schauspielerin und übernahm Rollen bei zahlreichen Gastspielen. Sie spielte fast alle klassischen Rollen der großen Frauengestalten der Weltdramatik und beherrschte das tragische wie das heitere Genre. Zum Rollenrepertoire zählten auch Frauengestalten im modernen Schauspiel von Ibsen, Björnston und Wilde. U. a. die Schriftsteller Karl May und Theodor Fontane verehrten die Schauspielerin.

Pauline Ulrich war 55 Jahre Schauspielerin am Königlich Sächsischen Hoftheater. Als berühmte Darstellerin fand sie Eingang in die Theatergeschichte. So wurde über sie geschrieben: „Pauline Ulrich ist eine von Deutschlands vornehmsten Theatergrößen – eine Sprechkünstlerin ersten Ranges, eine Wortgewaltige, die es verstand, den ihr angeborenen und auch anerzogenen ‚großen Stil‘ modernen Anforderungen anzupassen.“ [1]

„Sie war eine Frau von bürgerlichem Adel der Gesinnung. Von schlichter Herkunft und doch eine königliche Frau im Wesen und der Erscheinung! […] Der Geist, der von ihr ausströmte, bildend und erhöhend über das gemeine Dasein hinaus und über die vertragliche Pflicht, war der Geist vornehmsten deutschen Schauspielertums.“ [2]

Pauline Ulrich lebte in Dresden in der Ostraallee 27 und in ihrem Sommersitz in Dresden-Loschwitz, Körnerweg 12 ("Villa Paula"). Die Grabstätte von Pauline Ulrich und ihrer Familie befindet sich auf dem Alten Annenfriedhof in Dresden (Chemnitzer Straße).

Ausstellung

  • 24. Mai - 2. September 2016: Ausstellung: "Pauline Ulrich. Professorin der Schauspielkunst. Zum 100. Todestag.", Ausstellungsort: Stadtarchiv Dresden, Elisabeth-Boer-Straße 1, 01099 Dresden, Ausstellungseröffnung: 23. Mai 2016, 19:00 Uhr, Veranstaltende: Frauenstadtarchiv Dresden in Kooperation mit dem Stadtarchiv Dresden und den Nachkommen der Familie Ulrich.

Würdigung

Pauline Ulrich wurde mit Orden gewürdigt, erhielt von Sachsen die Medaille für Kunst und Wissenschaft, von Bayern die Ludwigs-Medaille, vom Großherzog von Oldenburg die Medaille für Kunst und Wissenschaft und von der Stadt Dresden die Goldene Ehrendenkmünze. Anlässlich ihres 50jährigen Bühnenjubiläums im Jahr 1909 verlieh ihr der sächsische König zum Ausdruck seiner höchsten Anerkennung den Titel „Professorin der Schauspielkunst“.

Literatur

  • [1] Wildberg, Bodo: (Hrsg.): Pauline Ulrich. In: Das Dresdner Hoftheater in der Gegenwart. Biographien und Charakteristiken. Piersons Verlag Leipzig und Dresden 1902, S. 104.
  • [2] Aus: Traueransprache von Dr. Zeitz in: Tagebuch der Königlich Sächsischen Hoftheater vom Jahre 1916: Pauline Ulrich †. Dresden, Jan. 1917, Jg. 100, S.119.
  • Kummer, Friedrich, Dresden und seine Theaterwelt, Dresden 1938.
  • „Künstler am Dresdner Elbhang” Band 1, S.165, Elbhang-Kurier-Verlag.


- Bibliographie zu Pauline Ulrich vorhanden im Frauenstadtarchiv Dresden -