Regina Mingotti

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(16. Februar 1722 Neapel - 1. Oktober 1808 Neuburg a.D.)

Regina Mingotti geb. Valentin, war die Tochter der aus Feldsberg/Valtice stammenden Maria Susanna Kursky und des Hufschmieds Lorenz Valentin, der 1731 die Bürgerschaft von Ilz (Oststeiermark, Österreich) erwarb. Sie ging vermutlich zwischen 1732 und 1735 im Ursulinenkloster in Graz zur Schule und erhielt dort von einer der Nonnen Gesangsunterricht. 1743 bis 1747 trat sie in der wandernden Operntruppe des venezianischen Impresario Pietro Mingotti auf. 1746 heiratete sie diesen in Hamburg. Nach einer Vorstellung in Pillnitz wurde sie am 22. 7. 1747 an die sächsische Hofoper nach Dresden engagiert, wo sie ihren ersten Auftritt als Corinna in Nicola Porporas "Filandro" absolvierte. Porpora wurde auch auf Kosten des Hofes mit ihrer weiteren Ausbildung betraut. Ihr jugendliches Talent machte sie zur Rivalin der zu diesem Zeitpunkt bereits stimmlich angeschlagenen Primadonna Faustina Hasse-Bordoni. Nach einem Gastspiel in Neapel 1750/51 schied sie 1752 aus ihrem Dresdner Engagement und ging für zwei Jahre an die spanische Hofoper nach Madrid. 1754 bis 1757 war sie die gefeierte und umstrittene Primadonna des berühmten King's Theatre in London, dessen Direktion sie selbst ein Jahr lang führte. Ab 1760 lebte sie mit Unterbrechungen bis etwa 1803 in München und zog sich immer mehr ins Privatleben zurück, obwohl sie immer wieder Opernauftritte in München, Italien und England absolvierte. Ihr letztes Opernengagement führte sie von Oktober 1768 bis März 1769 nochmals nach Dresden. 1791 begab sie sich auf ihre letzte große Reise von München über Paris nach London, wohin sie ihre Schülerin Rosa Capranica begleitete. Schon 1784/85 hatte sie eine Zeit lang bei ihrer Tochter Josefa in Rohrbach gelebt, 1803 wohnte sie dann bei der Familie ihres Sohnes Samuel Felix in Burglengenfeld, ab 1803 bis zu ihrem Tod in Neuburg a. D. Sie galt als "Gelehrtes Frauenzimmer", sprach deutsch, französisch und italienisch so, daß man nicht erkennen konnte, welches ihre Muttersprache war, leidlich englisch, spanisch und lateinisch.

Literatur

  • KUMMER, Friedrich, Dresden und seine Theaterwelt, Dresden 1938
  • HOEGG, Die Gesangskunst der Faustina Hasse, Berlin, Diss. 1939
  • SCHNOOR, Hans, Dresden- 400 Jahre deutsche Musikkultur, Dresden 1948
  • POLLERUS, Christine, Die Sängerin Regina Mingotti, Graz, Diss. 2005